Spekulatiusformen im Teemuseum

Das Ostfriesische Teemuseum Norden stellt auch in diesem Corona-Winter Sammlungsstücke online vor: historische Spekulatiusformen aus Norder Bäckereien.

Der knusprige Spekulatius mit dem feinwürzigen Geschmack ist auch in Ostfriesland untrennbar mit der Vorweihnachtszeit verbunden und wird hier gerne zum Tee gereicht. Im Plattdeutschen wird er auch als Sünnerklaasgood oder Zuckergood bezeichnet. Seinen Ursprung hat das Gebäck wohl in den Niederlanden, Belgien und dem Rheinland, wo es eine tiefe Verbundenheit zum Heiligen Nikolaus gibt. Dieser trug den Beinamen „speculator“ was so viel wie „Aufseher“ heißt. Anderen Quellen zufolge kommt der Name von dem lateinischen Wort „speculum“, was so viel wie „Spiegel“ oder „Abbild“ bedeutet.

Gewürze wie Zimt, Kardamom und Gewürznelken geben dem Gebäck seinen typischen Geschmack. Das charakteristische Äußere erhält es hingegen durch reliefartige Formen, die in den Teig geprägt werden.

 

Traditionelle Formen aus Norden

Vor der industriellen Herstellung des Spekulatius wurde dieser mit Hilfe von Holzbrettern, sogenannten Modeln, hergestellt. In der Sammlung des Ostfriesischen Teemuseums befinden sich seit den 1950er Jahren zahlreiche Modeln, die aus verschiedenen Norder Bäckereien stammen. Oft stellen sie Motive des alltäglichen Lebens dar, wie zum Beispiel das Stampfen der Butter, eine Fahrt mit der Kutsche oder dem Fahrrad. Auch Tierdarstellungen, etwa die von Schweinen, Hunden, Ziegen, Eseln oder Pferden sind häufig auf den Formen zu finden. Individuellen Charakter konnte man seinem Gebäck mit Initialen verleihen, die ebenfalls mit Modeln in den Teig eingeprägt werden konnten.

Das Ostfriesische Teemuseum Norden stellt auch in diesem Corona-Winter Sammlungsstücke online vor: historische Spekulatiusformen aus Norder Bäckereien.

Die traditionellen Formen wurden meist aus harten und ebenmäßigen Hölzern hergestellt, da sie der hohen Beanspruchung durch Waschen, Eindrücken und Herausschlagen des Teiges standhalten mussten. Anfang des 20. Jahrhunderts lösten Spekulatius-Maschinen die bis dahin gebräuchlichen Holzformen ab. Hier wird der Gebäckteig in einen Trichter gegeben und dann in die eingeprägten Motive der Stahlwalzen gefüllt. Von dort aus fallen die Kekse direkt auf das Backblech.

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