Einsame Inseln zwischen den Jahren

Der Tourismus ist ein enormer Wirtschaftsfaktor im Altkreis Norden. Wegen der Pandemie blieb es auf den Ostfriesischen Inseln zwischen den Jahren menschenleer.

Mit einem jährlichen Bruttoumsatz in Höhe von 3,2 Milliarden Euro ist der Tourismus enormer Wirtschaftsfaktor in Ostfriesland. Das zeigt eine neue Studie zum ökonomischen Stellenwert des Tourismus in der Region im Auftrag der Ostfriesland Tourismus GmbH (OTG) zusammen mit ihren sieben Gesellschaftern. Die touristischen Aufenthaltstage bezifferten sich 2019 insgesamt auf 61,22 Millionen, allein davon 29,2 Millionen durch Tagesgäste. Übernachtungsgäste geben im Durchschnitt 85,20 Euro pro Tag aus, während Tagesausflügler durchschnittlich 28,20 Euro in Ostfriesland lassen, wovon praktisch alle Branchen in der Region profitieren.

Der Tourismus ist ein enormer Wirtschaftsfaktor im Altkreis Norden. (Grafik: Ostfriesland Tourismus GmbH)

Rein rechnerisch können 65.700 Personen ihren Lebensunterhalt vom Tourismus bestreiten – mit einem durchschnittlichen Einkommen von 24.262 Euro pro Kopf und Jahr. Gegenüber 2016, für das eine identische Studie vorliegt, ist der Bruttoumsatz von 2,9 Milliarden Euro um 9,6 Prozent gestiegen. Die Anzahl der gesamten touristischen Aufenthaltstage stieg von 55,37 Millionen um knapp 11 Prozent.

 

Corona-Folgen noch nicht absehbar

„Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen und zeigen ganz eindrucksvoll, wie wichtig der Tourismus in der Region als Umsatzbringer und Arbeitgeber ist. Momentan leidet die Branche erheblich unter den Auswirkungen Corona-Pandemie“, erklärt Imke Wemken, Geschäftsführerin der OTG. Wie hoch die Einbußen infolge der Infektionsschutzmaßnahmen im Jahr 2020 sind, konnte in der Studie noch nicht abgebildet werden.

Aber auf den Inseln waren sie deutlich zu sehen. Normalerweise zieht es zu Weihnachten und Silvester viele Urlauberinnen und Urlauber auf die Ostfriesischen Inseln. Aber in diesem Jahr können Events wie das Anbaden oder die Silvesterpartys aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Touristische Reisen sind untersagt. Die Folge sind überwiegend menschenleere Straßen und Plätze, wo sonst dichtes Gedränge herrschen würde.

Im Vergleich: Die Milchbar auf Norderney 2019 und 2020. (Foto: Staatsbad Norderney GmbH)

„Für uns ist es wirklich ungewohnt, die Inseln so zu sehen. Wir haben Verständnis für den Lockdown, auf den sich Bund und Länder geeinigt haben. Aber wir vermissen unsere Gäste“, sagt Göran Sell, Geschäftsführer der Ostfriesische Inseln GmbH. „Unsere Hoffnung liegt nun auf dem Frühjahr.“

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