Kirche in Visquard wird restauriert

Die Restaurierung der Fassade an der Kirche in Krummhörn-Visquard läuft gut. Eine Nachlassspende hilft bei der Finanzierung.

Die evangelisch-reformierte Kirche in Krummhörn-Visquard ist eines der über 430 Denkmale, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen, Nachlässen und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bislang allein in Niedersachsen fördern konnte. In Visquard unterstützt sie auch dank eines Nachlasses derzeit die Fassadenrestaurierung mit 100.000 Euro.

Visquard – eines der zahlreichen kleinen Dörfer der Krummhörn, dem Bereich der ostfriesischen Halbinsel nördlich von Emden – liegt rund 5 Kilometer von der Küste entfernt auf einer Wurt, deren Durchmesser rund 350 Meter beträgt. Die in der Ortsmitte auf höchstem Punkt befindliche Kirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut, wahrscheinlich zwischen 1260 und 1270. Der separat stehende Glockenturm entstand etwas später zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Am Westgiebel ist ein Sandstein-Zifferblatt mit der Jahreszahl 1598 angebracht. Es diente ursprünglich als Sonnenuhr, wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts jedoch mit einem Uhrwerk versehen.

Kirche in Krummhörn-Visquard © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

Den schlichten, langgestreckten Backsteinbau deckt ein hohes Ziegelsatteldach, ein kleiner Dachreiter markiert die westliche Firstspitze. Die Fassaden bestimmt das Ziegelmauerwerk. Den Westgiebel öffnet ein verhältnismäßig kleines Rundbogenportal, über dem das Zifferblatt angebracht ist. Dieses wiederum rahmt eine Renaissance-Ädikula mit Säulen und Dreiecksgiebel. Inschriften, Wappen und ein Köpfchen im Giebel schmücken das Sandsteinelement. Seitlich und am flachen Chor belichten Rundbogenfenster das Innere. Im Mauerwerk sind einstige Spitzbögen abzulesen. Der trutzige backsteinerne Glockenturm mit seinem Satteldach steht leicht aus der Mittelachse versetzt östlich des Chores. Stufengiebel und rundbogige Schalllöcher mit Lamellen bestimmen die Optik.

Im Inneren der Kirche sind die Ausstattungsstücke aus der Barockzeit erwähnenswert, so die Orgel von 1680, und zwei Herrenstühle mit Baldachin zu beiden Seiten der Orgel sowie die prächtig beschnitzte seitlich im Schiff angebrachte Kanzel mit achteckigem Schalldeckel von 1729. 1850 baute man in das Kirchenschiff eine hölzernes Muldengewölbe ein, 1902 die seitlichen Emporen.

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