Wintervögel der Rekorde

Der NABU Ostfriesland meldet nach der „Stunde der Wintervögel“ so viele Haussperlinge und Vogelzähler wie nie.

Neuer Rekord bei der „Stunde der Wintervögel“: Mehr als 143.000 Menschen haben bei der Vogelzählaktion des NABU und seines bayerischen Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) mitgemacht Das sind über 5.000 mehr als 2019. In Ostfriesland beteiligten sich erneut über 1.000 Vogelfreunde. „Die hohe Beteiligung mit zum zweiten Mal mehr als 1000 Teilnehmern freut uns sehr“, so Jan Schürings vom NABU Ostfriesland. „Es zeigt, dass sich immer mehr Menschen aktiv für die heimische Natur einsetzen wollen.“

Ostfrieslandweit wurden aus über 700 Gärten insgesamt über 34.500 Vögel gemeldet. Pro Garten ergibt sich daraus ein Mittelwert von 47,6 Vögeln und damit deutlich mehr als 2019. Damals waren es 39,9 Vögel. „Einerseits waren 2019 die Bestände der Amsel vor Ort massiv eingebrochen und andererseits sind in diesem Jahr wohl viele Vögel aufgrund des milden Winters einfach hier geblieben anstatt gen Süden oder Westen zu ziehen.“, erläutert Schürings die Ergebnisse.

 

Mehr Amseln in Ostfriesland

Ein trinkender Haussperling

Ein trinkender Haussperling (Foto: Hermann Tödter)

Haussperling vor Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling und Amsel – das ist die diesjährige Reihenfolge der Wintervögel in Deutschlands Gärten, wie es sich bereits in einer ersten Zwischenbilanz abgezeichnet hatte. In Ostfriesland liegt die Amsel noch vor dem Buchfink auf Platz 4, auf Platz 6 folgt der Feldsperling. „Seit 2012 hat es bundesweit und in Niedersachsen keine andere Art geschafft, eine der fünf Top-Platzierungen einzunehmen“, stellt Schürings fest. 2011, im ersten Jahr der Aktion, lag niedersachsenweit noch der Grünfink auf Platz 5, seitdem nimmt der Bestand allerdings von Jahr zu Jahr merklich ab. Als Ursache vermutet der NABU unter anderem Trichomoniasis, eine Infektionen mit einem einzelligen Parasiten, mit dem sich diese Finken häufig an sommerlichen Vogelfutterstellen infizieren.

Die Amsel, die im vergangenen Winter aufgrund einer massiven Ausbreitung des Usutu-Virus deutliche Einbußen zu verzeichnen hatte, verharrte auf niedrigem Niveau. Die Usutu-Saison 2019 war deutlich schwächer als 2018 und hat offenbar zu keiner weiteren Abnahme der Amselbestände geführt.

Etwas geringer als erwartet machte sich die Eichelhäher-Invasion des vergangenen Herbstes bemerkbar. In Ostfriesland ließen sich dieses Jahr dennoch 62% mehr Eichelhäher beobachten als im Vorjahr. Zum Rekord hat es trotz des im Herbst festgestellten massiven Einflugs nord- und osteuropäischer Häher jedoch nicht gereicht: 2011 waren es bundes- und niedersachsenweit noch etwas mehr, damals war der Winter allerdings deutlich härter. Es ist anzunehmen, dass in großer Teil der Eichelhäher in diesem Winter nicht aus den Wäldern in die Gärten gekommen ist.

Weitere Zählergebnisse können unter www.stundederwintervoegel.de eingesehen werden. Die nächste Vogelzählung steht vom 8. bis 10. Mai an. Dann werden bei der „Stunde der Gartenvögel“ die Brutvögel in unseren Gärten und Parks erfasst.

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