Stunde der Gartenvögel mit Rekord-Beteiligung

Die Teilnehmerzahl bei der Vogelzählung war mit über 750 in Ostfriesland auf einem Höhenflug, die Insektenfresser dagegen bleiben im Sinkflug.

Die „Stunde der Gartenvögel“ auf steilem Höhenflug: Mit über 750 Teilnehmern (+23 %) erreicht Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion eine Rekord-Beteiligung auch in Ostfriesland. Aus über 500 Gärten (+38,6 %) wurden dem NABU in Ostfriesland über 19.000 Vögel (+34,4 %) gemeldet. Deutschlandweit beteiligten sich 75.000 Personen und zählten in über 51.000 Gärten etwa 1.6 Millionen Vögel. Das Endergebnis der Zählung liegt nun vor. Dabei verliert die Amsel eine Position und landet nur noch auf Platz drei; die ostfriesische Top 5 lautet daher nun: Spatz, Kohlmeise, Amsel, Blaumeise und Star.

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„So viele Vogelfreunde wie noch nie haben mitgemacht – knapp ein Viertel mehr als im vergangenen Jahr. Wir freuen uns sehr über das riesige Interesse an der heimischen Vogelwelt“, so Jan Schürings, Regionalgeschäftsführer des NABU Ostfriesland. „Die Rekord-Beteiligung zeigt, wie sehr das Thema Artenschutz bewegt. Die Menschen sind aufgerüttelt und wollen, dass endlich mehr getan wird, um das verheerende Artensterben zu stoppen.“

 

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Insektensterben hat Folgen

Auch bei den Gartenvögeln, denen es immer noch viel besser geht als den Feldvögeln, macht sich offensichtlich der Insektenschwund bemerkbar. Während sich insgesamt bei den Gartenvögeln Zu- und Abnahmen die Waage halten, gibt es bei den reinen Insektenfressern in den Gärten kaum Gewinner: Von den neun häufigsten Insektenfresser-Arten nehmen einige deutlich ab, nur wenige können ihre Bestände halten. Besonders dramatisch sind die anhaltenden Rückgänge bei Mauersegler mit minus 67 Prozent zum Vorjahr, Zilpzalp mit minus 43,5 Prozent zum Vorjahr und Mönchsgrasmücke mit einem Minus von 35 Prozent. Auch Mehlschwalben nehmen mit über 21 Prozent in den Gärten deutlich ab.

In Ostfriesland wurden in diesem Jahr pro Garten etwa 38 Vögel gesichtet. Dies ist aktuell ein Vogel weniger als im letzten Jahr. Trotzdem liegt dieses Endergebnis etwa sechs Vögel pro Garten über dem bundesweiten Durchschnitt. Einen deutlichen Abwärtstrend der Gesamtzahl an Gartenvögeln kann man bisher nicht feststellen. Pro Garten konnten innerhalb der Zählstunde durchschnittlich 11 Vogelarten entdeckt werden. Dieser Wert liegt im Bereich des langjährigen Mittels.

 

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Haussperling behauptet sich

Ein trinkender Haussperling

Ein trinkender Haussperling (Foto: Hermann Tödter)

Besonders gut scheint es den Spatzen in Ostfriesland zu gehen: Der Haussperling kann ein Plus von über 22 Prozent verbuchen und liegt mit seinem bisher besten Ergebnis von durchschnittlich 5,52 Exemplaren pro Garten unangefochten an der Spitze der häufigsten Gartenvögel. Dieses Ergebnis kündigte sich bereits bei der Stunde der Wintervögel an. Auch sein Cousin, der Feldsperling gewann fast acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und zeigt damit wie der Haussperling einen langjährig deutlich steigenden Bestand. Nach den jahrzehntelangen Rückgängen beider Arten, die dazu geführt hatten, dass sie auf der Vorwarnliste der Roten Liste gelandet waren, ist das sehr erfreulich. „Beide Arten haben offenbar vom warmen, trockenen Sommer 2018 profitiert“, so Jan Schürings.

Außer für die Insektenfresser gibt es noch schlechte Nachrichten für die Amsel, jetzt nur noch Nummer drei der häufigsten Gartenvögel: Die Amsel setzt ihren steten Negativ-Trend weiter fort und erreicht mit 3,44 Vögeln pro Garten ihr bisher schlechtestes Ergebnis – fast acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist in Ostfriesland besonders stark, da das tödliche Usutu-Virus im vergangenen Jahr erstmals in der Region nachgewiesen wurde. „Das zeigt, dass der Rückgang der Amselpopulation auch mit dem Auftreten von Usutu zusammenhängt“, so Jan Schürings.

 

Was tun?

Wer Amsel, Drossel, Fink und Star helfen möchte, der sollte seinen Garten oder Balkon vogelfreundlichen gestalten. Tipps dazu gibt es unter www.NABU.de/balkon und www.NABU.de/vogelgarten.

Die nächste NABU-Mitmachaktion ist gerade angelaufen. Beim Insektensommer werden Sechsbeiner gezählt und gemeldet. NABU-Regionalgeschäftsführer Jan Schürings: „Da viele Vogelarten von Insekten leben, ist das auch eine wichtige Aktion für Vogelfreunde.“

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