„Naturerlebnis Leyhörn“ auf Zielgerade

Der NABU im Altkreis Norden informierte bei einer Eröffnungsveranstaltung über das Vogelbeobachtungsprojekt „Naturerlebnis Leyhörn“.

Das Projekt des NABU Altkreis Norden zur Optimierung der Möglichkeiten für die Vogelbeobachtung und zur Stärkung der Besucherlenkung im Naturschutzgebiet Leyhörn ist so gut wie abgeschlossen. Dr. Holger Buschmann, Vorsitzender des NABU Niedersachsen, stellte das Projekt „Naturerlebnis Leyhörn“ zusammen mit Alma Seeba, Vorsitzende des NABU Altkreis Norden, der Öffentlichkeit im Beisein der Projektbeteiligten in dem unweit des Pilsumer Leuchtturms westlich von Greetsiel gelegen Naturschutzgebiet „Leyhörn“vor.

Projektziel sei die Erhaltung und weitere Verbesserung der überregional bekannten Vogelbeobachtungsmöglichkeiten im Bereich der Hauener Pütten, einem Gebiet mit mehreren flachen Seen im Naturschutzgebiet „Leyhörn“, erläuterte Alma Seeba. „Die beliebten Beobachtungshütten wurden renoviert und modernisiert, die Informationsangebote aktualisiert, Angebote zur leichteren Bestimmung der Vogelarten ergänzt und die Lebensräume im Umfeld der Hütten verbessert.“ freute sich Alma Seeba über die erreichten Verbesserungen. Begonnen worden sei das von der Investitions- und Förderbank Niedersachsen (Mittel der EU und des Landes Niedersachsen), der Niedersächsischen Wattenmeerstiftung und dem Landkreis Aurich geförderte Projekt im Jahr 2017.

 

Weniger Vogelstörungen durch Besucher

In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Aurich, der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und dem Nationalparkhaus Greetsiel wurde das Projektkonzept von der Ökologischen NABU-Station Ostfriesland (ÖNSOF) ausgearbeitet. Diese übernahm auch im Auftrag des NABU Altkreis Norden die Projektumsetzung. Die Gemeinde Krummhörn unterstützt das Projekt durch die Erlaubnis zur Aufstellung einer Informationstafel auf ihrem Parkplatz-Grundstück sowie durch die Mithilfe bei der Sauberhaltung und Instandhaltung. Die Deichacht Krummhörn ermöglichte das Projekt durch die Bereitstellung von Standorten für Informationstafeln entlang des Deichs und als Grundstückseigentümerin der Hauener Pütten.

Auf Einladung des NABU Altkreis Norden trafen sich Projektbeteiligte zur Besichtigung der umgebauten und neu ausgestatteten Beobachtungshütten an den Hauener Pütten. Personen v.l.n.r.: Michael Steven, Rewen Tölge, Heinrich Baalmann, Dr. Holger Buschmann, Brigitte Hartmann, Insa Steffens, Sabrina Pollmann, Helmut Elies, Dieter Carsjens, Frank Rosenberg (Foto: Nina Zander / Ökologische NABU-Station Ostfriesland)

Ein wesentlicher Teil des Konzeptes war die Reduktion der an den Fenstern der Hauptbeobachtungshütte zuvor feststellbaren Vogelstörungen durch Besucher, indem die vorherigen Fenster durch Beobachtungsklappen ersetzt wurden. Für mehr Licht im Innenraum sorgen jetzt eingebaute Lichtleisten. Umziehen mussten die zuvor mitunter im Inneren der Beobachtungshütten nistenden Rauchschwalben, da sie ständig für Verschmutzungen sorgen oder versehentlich eingesperrt wurden. Dank Anbringung von Nisthilfen im Außenbereich fanden sie Ersatznistplätze, deren erfolgreiche Besiedlung bei der Eröffnungsveranstaltung besichtigt werden konnte. Erneuert wurde auch der Türschließmechanismus, das Dach und die für Rollstuhlfahrer nutzbare Rampe, so die Vorsitzende des NABU Altkreis Norden. Im Außenbereich sei ferner eine Reisig-Sichtschutzwand errichtet worden, die ebenfalls ungewollten Störungen der Vogelwelt auf den Wasserflächen bei der Annäherung an die Hütte vorbeugen solle. Komplett erneuert wurden auch die Informationstafeln in den Beobachtungshütten, die mit diversen QR-Codes zudem über ganz neue Hilfsmittel bei der Abfrage aktueller Vogelbeobachtungen im näheren Umfeld, bei der Meldung von Vogelbeobachtungen sowie für das Erkennen der Vögel verfügen. Ergänzt wurden die Informationstafeln im Naturschutzschutzgebiet durch Angebote am Parkplatz beim Pilsumer Leuchtturm sowie entlang des Greetmerdeichs. Bis zum vollständigen Abschluss des Projektes rechnet der NABU Altkreis Norden mit Kosten in Höhe von rund 58.000 Euro.

 

Hintergrund des Projekts

Entstanden waren die im Eigentum der Deichacht Krummhörn befindlichen Hauener Pütten durch Kleiabbau, der für den im Zuge der Küstenschutzmaßnahme Leybucht in den 1990er Jahren erfolgten Deichbau benötigt wurde. Von Beginn an hatte hier die Zweckbindung der neu entstandenen Flachgewässer für den Naturschutz festgestanden. Rasch hatten sich Vogelkundler und Touristen für die bei Brut- und Rastvögeln beliebten Gewässer interessiert. Um das Interesse der Besucher zu lenken und um dadurch Störungen in der Vogelwelt zu vermeiden, wurden im März 2002 vom NABU Altkreis Norden zwei Beobachtungshütten errichtet. Die Hütten wurden ehrenamtlich vom damaligen 1. Vorsitzenden Eduard Morawski gebaut.

Vor dem Projektstart waren die Angebote in die Jahr gekommen: Vandalismus hatte an den Fenstern zu  Schäden geführt, wodurch sich Rauchschwalben im Inneren der Hütten ansiedeln konnten. Die Informations- und Fototafeln waren veraltet und im Umfeld der Hütten hatten sich durch das Aufkommen von Schilf und Büschen Vogelbeobachtungsmöglichkeiten verschlechtert.

 

Dank ehrenamtlichen Helfern

Dr. Holger Buschmann dankte allen Projektbeteiligten und insbesondere den ehrenamtlichen Helfern des NABU Altkreis Norden für ihr Engagement.  Zum Beispiel sorgt Heinrich Baalmann ehrenamtlich durch wöchentliche Kontrollen der Hütten für Sauberkeit. Auch würdigte er die Bedeutung solcher Projekte für die Entwicklung von Artenkenntnissen und das Naturverständnis  der Menschen: „Das Projekt Naturerlebnis Leyhörn hilft, das Bewusstsein für die Bedrohung der Artenvielfalt in unserer Heimat zu stärken und die Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen zu fördern.“ Er betonte auch,  dass die Projektmaßnahmen nicht allein den Besuchern des Naturschutzgebietes zu Gute kämen: Die Entschlammung der Gewässerbereiche im näheren Umfeld der großen  Beobachtungshütte bieten Wat- und Wasservögeln wieder Flachwasserbereiche und Schlammflächen, die von den wertgebenden Vogelarten für das Gebiet besonders gerne genutzt würden. Durch die Anziehungskraft der Beobachtungshütten für Besucher würden diese zugleich helfen, störungsempfindlichere Bereiche des Naturschutzgebietes vor Besuchern zu schützen.

Positive Worte fand auch Helmut Elies als Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Aurich für das Projekt. Die Projektumsetzung sei sehr unkompliziert, gut organisiert und vorbildlich abgestimmt gewesen. Für die Untere Naturschutzbehörde ist auch bedeutsam, dass das Projekt an vom Landkreis bereits zuvor vorgenommene Angebote der Umweltbildung anknüpft und diese ergänzt.

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