Spatz bleibt häufigster Gartenvogel

Nach der diesjährigen Vogelzählaktion freut sich der NABU Ostfriesland auch über satte Gewinne bei Rauchschwalben und Mauerseglern.

Ostfriesland – Der NABU Ostfriesland freut sich über eine neue Rekordbeteiligung bei der 13. Stunde der Gartenvögel, die am zweiten Mai-Wochenende vom 12. bis 14. Mai stattfand. Das Endergebnis liegt heute vor: 630 Teilnehmer (Vorjahr: 530 Teilnehmer) haben aus 406 Gärten (Vorjahr: 331 Gärten) in Ostfriesland Beobachtungen gemeldet. Der Haussperling bleibt mit 4,4 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star. Die „Stunde der Gartenvögel“ wird immer beliebter, allein in Niedersachsen haben knapp 7.200 Vogelfreundinnen und -freunde (5.970 im Vorjahr) bei der 13. Auflage der NABU-Aktion mitgemacht.

Blaumeise (Foto: Erwin Bette / NABU)

„Der NABU Ostfriesland freut sich nicht nur über den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dieser Mitmachaktion. Die Daten zeigen auch, dass die wiederholte Teilnahme an der „Stunde der Gartenvögel“ zu besserer Kenntnis der Vogelwelt führt. Das lässt auch darauf hoffen, dass sich immer mehr Menschen zu einer besonders vogel- und naturfreundlichen Gartengestaltung entschließen“, sagte Jan Schürings, NABU Regionalgeschäftsführer Ostfriesland.

Mit durchschnittlich 38,4 Vögeln pro Garten wurden in diesem Jahr etwa 4 Prozent weniger Vögel pro Garten gezählt als im vergangenen Mai. Dieses Ergebnis bewegt sich innerhalb der normalen Schwankungen der bisherigen Zählergebnisse und ist eine willkommene Entwarnung nach dem bei der vergangenen Stunde der Wintervögel festgestellten auffälligen Fehlen von Vögeln am Futterhäuschen. Die Winterzahlen lagen damals satte 17 Prozent unter dem Vorjahr.

Die erhoffte eindeutige Erklärung für das Fehlen der Wintervögel konnte die Mai-Zählung nicht liefern. „Waren die Winterzahlen unserer Meisenarten noch um 30 bis 60 Prozent niedriger als im Vorjahr, sind es nun zur Brutzeit sechs bis 30 Prozent. Dies passt sowohl zur Theorie, dass ein Großteil des Fehlens durch geringen Winterzuzug aus dem Norden und Osten verursacht wurde, als auch dazu, dass ein schlechter Bruterfolg 2016 die Ursache war“, so NABU-Regionalgeschäftsführer Jan Schürings. Insgesamt zeige das Ergebnis, dass von den Zahlen eines Jahres nicht sofort auf langjährige Bestandszu- oder –abnahmen geschlossen werden könne.

Mauersegler und Rauchschwalbe, die über Jahre stark abgenommen hatten, trotzten den allgemein in diesem Jahr etwas niedrigeren Zahlen und wurden um 28 Prozent (Mauersegler) bzw. um satte 77 Prozent (Rauchschwalbe) häufiger gesehen als im Vorjahr. Leider reicht dieses Hoffnungszeichen noch nicht, um den langjährig abnehmenden Trend umzukehren. „Der Verlust von Nistplätzen an Gebäuden und ein starker Rückgang ihrer Fluginsektennahrung macht ihnen zu schaffen. Gerade Insektenfresser leiden unter einem stark verminderten Nahrungsangebot. Daher ist es wichtig, dass weniger Gifte zum Einsatz kommen, in unseren Gärten, aber auch in der Landwirtschaft“, so Jan Schürings. Gerade beim Mauersegler sei zu beobachten, dass die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr besonders im Norden deutlich höher seien, während sie im Süden der Bundesrepublik im Bereich des Vorjahres lägen. Hier zeigt sich der Einfluss der Witterung auf die Zählergebnisse eines einzelnen Jahres. Im Norden war 2016 vermutlich schlechteres Flugwetter für diesen spezialisierten Luftakrobaten. „Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die im Rahmen der ‚Stunde der Gartenvögel‘ ermittelten Bestandsdaten vor allem durch die jährliche Wiederholung wertvoll werden. Nur langjährige Datenreihen können über wetterbedingte Ausschläge einzelner Jahre hinaus zuverlässige Bestandstrends anzeigen“, so Schürings weiter.

Während sich bei den Vögeln unserer Dörfer und Städte über die Jahre Zu- und Abnahmen unter den Vögeln die Waage halten, gibt es auf den Wiesen und Feldern fast nur Verlierer. In den vergangenen 25 Jahren brechen dort die Bestände typischer Vogelarten der Agrarlandschaft, wie Feldlerche, Kiebitz, Uferschnepfe oder Rebhuhn regelrecht zusammen.

Die nächste „Stunde der Wintervögel“ findet vom 5. bis 7. Januar 2018 statt.

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