Vögel beobachten in Greetsiel

Keine immer angenehme Aufgabe“, sagt der Greetsieler Heinrich Baalmann, der ehrenamtlich die überregional bekannte Vogelbeobachtungshütte pflegt.

Jeden Dienstag macht er seine Runde und kontrolliert die von der NABU-Gruppe Altkreis Norden im Jahr 2003 errichteten Beobachtungshütten im Naturschutzgebiet Leyhörn: Heinrich Baalmann ist bei Wind und Wetter draußen und sorgt dafür, dass Verschmutzungen beseitigt und Beschädigungen repariert werden. Keine immer angenehme Aufgabe, wie Insa Steffens, Leiterin des Nationalparkhaus Greetsiel, und Michael Steven, Leiter der Ökologischen NABU-Station Ostfriesland jetzt bei einem gemeinsam Besuch der Beobachtungshütte an den Hauener Pütten in Augenschein nehmen konnten. Sie bedankten sich daher bei dem Greetsieler für sein besonderes ehrenamtliches Engagement.

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von links nach rechts: Insa Steffens, Michael Steven, Heinrich Baalmann (Foto: NABU)

 

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Greetsieler Beobachtungshütten deutschlandweit bekannt

Unter Ornithologen ist die Vogelbeobachtungshütte überregional bekannt, weil hier Vogelarten beobachtet werden können, die man in Deutschland sonst nur selten so gut vor die Linse oder das Fernglas bekommt. Aber auch Einheimische und Urlaubsgäste wissen dies zu schätzen. Für manch einen Naturfreund sind die guten Vogelbeobachtungsmöglichkeiten westlich von Greetsiel auch entscheidend für die Wahl des Urlaubsortes, ist sich Heinrich Baalmann sicher. Regelmäßig wird er von Gästen mit Fragen gelöchert, sobald sie seine Funktion erkannt haben. „Ich bin hier fast schon so etwas wie ein Natur- und Gästeführer geworden.“ schmunzelt der gebürtige Greetsieler. „In der Vergangenheit hatten wir manchmal große Probleme, die stark frequentierte Hütte an der Zufahrtstraße zum Pilsumer Leuchtturm in Ordnung zu halten.“ blickt Insa Steffens stirnrunzelnd auf die Zeit vor dem Betreuungsbeginn durch Heinrich Baalmann vor etwa einem Jahr zurück. Für die Nationalparkhaus-Leiterin haben die Beobachtungsverstecke auch einen festen Platz bei den naturkundlichen Führungen des Nationalparkhauses. „Es gibt leider immer wieder Vandalen, die die Hütten auch nur als Regenunterstand missbrauchen und dann sinnfrei durch Zerstörungen und Verschmutzung für andere Besucher entwerten“, so Steffens weiter. Wegen beschädigter Fenster hätten sich dann auch Vögel in den Hütten angesiedelt, die ebenfalls ihren Teil zur Verschmutzung beigetragen hätten. „Seit Heinrich Baalmann für Ordnung und Sauberkeit sorgt, ist das aber spürbar besser geworden.“ stellt sie zufrieden fest. Die jetzt vorsorgliche und übergangsweise Anbringung von Draht vor die beschädigten Fenster soll die Verschmutzung durch Vögel erst mal verhindern. Dass die Betreuung manchmal zur Zumutung wird, hat Heinrich Baalmann aber auch mehrfach erfahren müssen. „Es gibt auch mal Leute, die auf Hinweise einfach nur frech reagieren. Ganz Unverschämte machen sogar ihr Geschäft in der Hütte.“ beschreibt Baalmann Kopf schüttelnd seinen Freiwilligen-Job. Damit sich das künftig ändert, plant er schon die Installation einer Überwachungskamera. „Natürlich mit Hinweisschild.“ sagt er etwas verschmitzt.

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Wasserstände und Vogelzüge

Neben der Sauberhaltung der Beobachtungshütten hat Heinrich Baalmann seit August 2016 einen weiteren Job im Naturschutzgebiet übernommen, der auch den Vogelbeobachtern zu Gute kommt: Von der Ökologischen NABU-Station Ostfriesland war er gebeten worden, eine aus Naturschutzgründen eingebaute Wasserstandssteuerung ebenfalls zu betreuen. Seitdem senkt oder hebt er nach Vorgaben durch die in der Gebietsbetreuung tätigen Naturschützer und in Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde des Landkreis Aurich die Wasserstände und dokumentiert regelmäßig die Wasserstandshöhe. „Wir wollen damit insbesondere zur Zeit des Vogelzuges für Schlammbänke und Flachwasserzonen sorgen, die Watvögel, Enten oder Löffler anlocken.“ erläutert Michael Steven. Mit großem Erfolg, wie Steven weiter betont. Bei den Vogelzählungen seien dadurch teils international bedeutsame Rastvogelbestände zum Beispiel beim Kampfläufer oder bei der Isländischen Unterart der Uferschnepfe möglich geworden.

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