Ab morgen: „Stunde der Wintervögel“

Deutschlands größte Vogelzählung beginnt Freitag +++ NABU Ostfriesland: Daten helfen beim Vogelschutz

Wiegboldsbur – Der NABU Ostfriesland bittet vom 3. bis 6. Januar wieder um rege Beteiligung bei der bundesweiten „Stunde der Wintervögel“. Die auch für vogelkundliche Laien geeignete Vogelzählung des NABU bietet für alle Vogelfreunde die Möglichkeit, bei dem großen Forschungsprojekt mitzuhelfen. Mit der nun anstehenden vierten Wiederholung – jeweils am ersten Januarwochenende – hofft der NABU auf Erkenntnisse zu Bestandsentwicklungstrends für häufige bis mittelhäufige Vogelarten.

Besonders im Fokus des Interesses stehen bei den Experten des NABU Ostfriesland dieses Jahr die Auswirkung des bislang sehr milden Winters auf die in Ostfriesland überwinternden Vogelarten. „Zahlreiche Vogelarten scheinen dieses Jahr weniger weit oder noch gar nicht richtig weg gezogen zu sein.“ Vermutet Michael Steven, Leiter der auf dem NABU-Woldenhof in Wiegboldsbur ansässigen NABU-Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland. Von besonderem Interesse seien dieses Jahr aber auch Beobachtungen des Vogel des Jahres 2014, dem Grünspecht, mit seiner spechtartigen Verwandtschaft. „Der Grünspecht hat nach den zurück liegenden massiven Grünlandumbrüchen der letzten Jahre wahrscheinlich insbesondere in der Wallheckenlandschaft Ostfrieslands Lebensraum eingebüßt, weil der die in den Wiesen und Weiden lebenden Ameisen und ihre Brut als Nahrung für die Aufzucht seiner Jungen benötigt.“ so der Biologe Michael Steven. In welchem Ausmaß die Grünspechte in den Gärten und Parks der Ostfriesen eine Alternative vorfänden, darauf könnten die NABU-Vogelzählungen Hinweise geben. Ansonsten stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Sperlinge im Mittelpunkt der Aktion. Aber wo genau kommen Sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden und wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus? „Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen“, betont Michael Steven.

Mit etwas Glück können die Fernglas und Notizblock ausgestatteten  Vogelbeobachter am Wochenende auch den bunten Stieglitz entdecken. In 2013 wurde  er im Landkreis Aurich in 6% der Gärten gesichtet. (Foto: NABU-Fotoclub)

An der „Stunde der Wintervögel“ 2013 beteiligten sich bundesweit mehr als 90.000 und in Ostfriesland rund 650 Menschen. Insbesondere in den relativ dünn, aber offenbar von einer besonders naturverbundenen Bevölkerung besiedelten ostfriesischen Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund ist die Beteiligung traditionell überdurchschnittlich, betonte Michael Steven. Je größer die Teilnehmerzahl ist, desto aussagekräftiger seien die Ergebnisse. Im Stadtgebiet von Emden gebe es dafür noch etwas Nachholbedarf, so dass der NABU dieses Jahr nun auf eine noch höhere Beteiligung auch dort hoffe.

 

Eine besondere Qualifikation außer Freude und Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht nötig, denn die Beteiligung an der Vogelzählung ist denkbar einfach: eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und dann dem NABU über das online-Formular oder auf dem Postweg melden. Gezählt werden soll im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder im freien Feld. Von jeder Vogelart wird die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Zur Unterstützung stehen online unter www.stundederwintervoegel.de eine Zählhilfe, Bestimmungshilfen, Porträts der häufigsten Arten sowie Tipps zur sinnvollen Winterfütterung und zum vogelfreundlichen Garten zur Verfügung. Anfängern empfiehlt der NABU, mal die mit wenigen Klicks auf der Internetseite oder mit Hilfe der Vogel-app zum Ergebnis führende Bestimmungshilfe auszuprobieren. Sollte die bundesweite Dateneingabe-Maske wegen Überlastung Probleme machen, rät der NABU Ostfriesland zur ebenfalls nutzbaren Eingabe-Maske unter http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdw/ .

Postzusendungen gehen an NABU, Kennwort: Stunde der Wintervögel, Charitèstr. 3, 10117 Berlin. Teilnahmeschluss für alle Einsendungen ist der 14. Januar 2014. Zudem ist am 4. und 5. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 zur Weitergabe von Beobachtungsdaten geschaltet. Unter den Teilnehmern werden zahlreiche Bücher und andere Sachpreise verlost. Die Auswertung der Meldungen wird im Internet live zu verfolgen sein.

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